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Donnerstag, 18.10.2018
 

E-Government-Handbuch des BSI

"Electronic Government (E-Government) bezeichnet die Nutzung des Internets und anderer elektronischer Medien zur Einbindung der Bürger und Unternehmen in das Verwaltungshandeln sowie zur verwaltungsinternen Zusammenarbeit."

Ziel des E-Government-Handbuches ist die Zusammenstellung von Best-Practice-Beispielen, Verfahrensanweisungen und Informationen, die geeignet sind, Behörden des Bundes, Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Umsetzung der Anforderungen des BundOnline 2005-Programms zu unterstützen. Die Formulierung von Sicherheitsanforderungen an IT-Systeme und Empfehlungen für möglichst homogene IT-Landschaften sind zwei wesentliche Schwerpunkte des Handbuches.

Das BSI fordert Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie Experten ausrücklich auf, Beiträge, Lösungen oder Tools zur Verfügung zu stellen, die in das Handbuch eingehen bzw. von dessen Autoren verwendet werden können.

Die sieben Module sind unterteilt in: Sensibilisierung, Grundlagen, Phasenplan, Thematische Schwerpunkte, Spezifikationen und Lösungen, Hilfsmittel sowie Rechtsgrundlagen.

Das Handbuch ist in Teilen deshalb interessant, weil es Teil der Reorganisation von Strukturen und Prozessen der Verwaltungsbehörden ist, die mit informationstechnologischen Lösung einhergehen müssen. Hierzu gehören insbesondere die Ausrichtung des Behördenhandelns auf Geschäftsprozesse, die Einführung eines Informations- und Wissensmanagements, eine neue Art der Personalführung und -entwicklung sowie die Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden. Themen also, die in der Wirtschaft seit Jahrzehnten bestimmend sind.

Im ersten Teil des Handbuches werden folgende Ziele formuliert:

  • die Anbindung an das Internet für alle online-fähigen Verwaltungsdienstleistungen
  • Einführung von Intranets innerhalb der Behörden
  • Geschäftsprozesse ohne Medienbrüche
  • Kosten senken
  • Qualität und Quantität der Geschäftsprozesse beeinflussen.

Die Einführung von E-Governement erfolgt in folgenden Schritten:

  • Einrichtung eines E-Government-Koordinators oder -Teams
  • Entwurf einer E-Government-Stratgie
  • Umsetzung in Form eines Stufenplans
  • Untersuchung und Erfassung der bestehenden Abläufe und Prozesse
  • Qualifizierungsoffensive für die Mitarbeiter
  • Ausstattung der Mitarbeiter mit Arbeitsplatzrechnern

Anforderungen an die IT:

  • verlässig, verfügbar, flexibel, erweiterbar
  • modular, plattform-unabhängig
  • standardisierte Datenformate
  • Datenschutz u. Datensicherheit

Klassifikation für E-Government-Verfahren

Zwei wesentlich Eigenschaften werden von den Autoren unterschieden: die Nutzer- und die IT-Sicht. Die Dimension der Kundensicht gliedert sich in reine Informationsangebote, darüber hinausgehende allgemeine Dienstleistungen sowie individuelle Dienstleistungen, die nur nach vorheriger Authentisierung erfolgen können. Die Dimension IT-Sicht ist in mit einem Medienbruch behaftete, ohne Medienbruch sowie voll automatisch vollzogene Prozesse unterteilt. Aus dieser Einteilung ergibt sich ein zweidimensionales Klassifikationsschema, in welches sich bestehende und künftige E-Government-Verfahren in 9 verschiedene Klassen einordnen lassen. Das Klassifikationsschema eignet sich vor allem auch dafür den Ist-Stand der Umsetzung von E-Government-Verfahren in einer Behörde gegenüber dem Plan des Bund-Online-Programms zu ermitteln sowie für Benchmarking-Vergleich zwischen den verschiedenen Behörden.

Phasenplan für die Einführung

Der Phasenplan dient der Unterstützung der mit der Einführung von E-Government befassten Projektleiter. Derzeit noch im Entstehen begriffen, wird der Plan künftig sechs Phasen vorsehen: Initialisierung, Strategie, Analyse, Konzeption, Realisierung und Test, Einführung und Inbetriebnahme. Die Phasen 1-3 liegen bereits vor.

Weitere wichtige bereits fertig gestellte Bestandteile des E-Governement-Handbuchs sind die Kapitel zu "Bewertungskriterien für potenziell online-fähige Dienstleistungen", "E-Commerce im E-Government", "Sicherer Internetauftritt im E-Government", "Kryptographie im Internet", "E-Government-Modellprojekte des Bundes", "Netzplattformen für E-Governement", "eStrategie, Prozessanalyse und -gestaltung", "Projektmanagement im Bundesministerium des Innern" sowie "Hilfsmittel für E-Government".

eStrategie, Prozessanalyse und -gestaltung

Das dem Modul Spezifikationen und Lösungen entstammende Kapitel enthält ein Praxisbeispiel des Statistischen Bundesamtes für den Übergang von Government zu E-Governement. Die zwei Schritte, Entwicklung der eStrategie und Prozessgestaltung und Prozessmodellierung, werden zu einem beispielhaften Vorgehensmodell zusammengefasst.

Die eStrategie einer Behörde leitet sich aus der bestehenden Gesamtstrategie ab. Wesentlicher Milestone des ersten Schrittes ist eine E-Government-Roadmap, die Grundlage für die folgenden Schritte ist und einen groben Projektplan darstellt. Die Entwicklung der eStrategie erfolgt in 4 Teilschritten: Analyse der Rahmenbedingungen, Bewertung der E-Government-Fähigkeit, Generierung und Bewertung von E-Government-Optionen, Entwicklung der E-Government-Roadmap. Prozessanalyse und -gestaltung gliedern sich in Prozessanalyse und -bewertung, Prozessgestaltung sowie Prozessmodellierung.

Die verwendeten Instrumente im Einzelnen sind:

  • Aktivitätenkettendiagramm (Makro-Beschreibung)
  • Wertschöpfungsmatrix
  • Kontextdiagramm
  • X-Readiness-Analyse
  • SWOT-Analyse

Moderner Staat - Moderne Verwaltung. Projektmanagement im Bundesministerium den Innern und seinem Geschäftsbereich. Praxisleitfaden

Der Leitfaden orientiert sich an dem Ablauf eines Projektes (Projektvorbereitung, -start, -planung, -steuerung, -abschluss. Die einzelnen Phasen werden aufgeschlüsselt und mit praxisrelevanten Beispielen versehen. Im Anhang finden sich einfache Checklisten und Vorlagen für Projektleiter.

Als Projekt werden Prozesse verstanden, die, mit einem bestimmten Start- und Endtermin versehen, einmalig ablaufen und keine Routineaufgaben sind. Sie sind darüber hinaus zumeist komplex, hierarchieübergreifend, verfügen über begrenzte Ressourcen und haben einen innovativen Charakter. "Projektmanagement ist ein systematischer Prozess zur Führung komplexer Vorhaben. Es umfasst die Organisation, Planung, Steuerung und Überwachung aller Aufgaben und Ressourcen, die notwendig sind, um die Projektziele zu erreichen."

 
Human Resources

Thema: Richtig bewerben

Neue Karriereschritte sind heute auch für gestandene IT-Manager nicht mehr ohne weiteres planbar. Wer trotzdem nicht müde wird, nach neuen Herausforderungen Ausschau zu halten, dem sei der Artikel von Wilhelm Mühlhauser empfohlen, der einen wieder Spass haben läßt beim Bewerbungen schreiben.
[20.06.2003]


IT-Design nach 3E

Neu: Kemal A. Delic fordert bei der Planung und dem Design von IT-Systemen die Einhaltung von Grundsätzen, die sich bereits im Flugzeugbau über Jahrzehnte hinweg als tragfähig erwiesen haben.

In seinem Artikel Architecting Durable Things (erschienen in Ubiquity, dem ACM IT Magazine and Forum) beschreibt er, wie die Grundsätze eines Systemdesigns nach 3E (evolutionary, efficient and elegant) zu einer besseren Wartebarkeit, Weiterentwickelbarkeit und geringeren Kosten für IT-Systeme führen können.
[10.1.2003]

       

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